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Eine berufliche Auszeit kostet Geld. Und Geld ist in der westlichen Welt nie genug vorhanden, sofern man dem Volksmund Glauben schenken kann. Wieviele Menschen kennst du, die eine Gehaltserhöhung dankend ablehnen würden, da sie der Ansicht sind, genug Geld zu haben? Eben, ich kenne auch niemanden, der freiwillig auf Geld verzichten würde. Sobald du dich allerdings dafür entscheidest, für einen bestimmten oder aber auch unbestimmten Zeitraum Geld gegen Zeit einzutauschen, solltest du dir einen kleinen Grundstock angespart haben, der dir ein sorgenfreies Leben ermöglicht. Eine Auszeit soll grenzenlose Freiheit bedeuten und eine Phase darstellen, in der du nicht nur frei von äußeren Vorgaben und Strukturen bist, sondern in der du auch völlig frei von Sorgen leben und dich entfalten kannst. Wenn du dich nicht gerade dazu entscheidest, deine Auszeit unabhängig und frei im Wald und mit dem Sammeln von Beeren zu verbringen, ist es wichtig, dass du dir rechtzeitig im Vorfeld eine genaue Vorstellung davon verschaffst, wie viel Geld du tatsächlich im Monat benötigst. Dies beinhaltet auch, dass du dich selbstkritisch mit der Frage auseinander setzt, was du eigentlich nicht brauchst.

Die folgenden fünf Punkte werden dir Sparpotenziale aufzeigen, die es Wert sind, näher in Betracht gezogen zu werden.

1. Miste deinen Kleiderschrank aus.

Ich liebe es, meinen ohnehin schon überschaubaren Kleiderschrank regelmäßig auszumisten. Wieviele Hosen, Pullis, Jacken und Schuhe benötigen wir eigentlich wirklich? Viele Kleidungsstücke liegen über Monate ungetragen in unseren Schränken herum. Die Anzahl der Möglichkeiten, was wir mit Kleidern, die wir nicht mehr nutzen, tun könnten, ist endlos: spende deine Kleider (zum Beispiel an Oxfam) und tue damit Gutes oder verkaufe sie auf kleiderkreisel.de oder auf Flohmärkten und bessere gleichzeitig deine Auszeit-Kasse auf. Veranstalte Kleidertauschparties. Das oberste Gebot jedoch ist, dass du das Kaufen neuer Kleidung weitestgehend einstellst und dir den Überfluss von Textilien in unseren Kleiderschränken vergegenwärtigst. Hand auf´s Herz: wie oft gehst du shoppen, „um dich zu belohnen“, oder besser gesagt, um etwas zu kompensieren? Das Ausmisten des Kleiderschrankes ist nebenbei eine sehr symbolträchtige Handlung, deren befreiende Wirkung unmittelbar einsetzt. Wenn du mit dem Kleiderschrank fertig bist, kannst du dich dem Rest deiner Wohnung widmen. Du wirst feststellen, dass du in einer Goldgrube lebst, in der viele Gegenstände für dich reinen Ballast darstellen, an anderer Stelle jedoch gute Verwendung finden könnten.

2. Überprüfe laufende Verträge und Versicherungen.

Vergleiche regelmäßig die Anbieter von Handyverträgen und deine benötigten Tarife. Läuft die Mitgliedschaft im Fitnessstudio noch immer, obwohl du das Studio nach den enthusiastischen, anfänglichen fünf, sechs Malen nicht mehr von Innen gesehen hast? Welche deiner Versicherungen ist wirklich sinnvoll für dich? Hast du je in Erwägung gezogen, den Strom- oder Internetanbieter zu wechseln? Auch in diesen Punkten verbergen sich oft große Einsparpotenziale.

3. Kaufe auf dem Wochenmarkt und vergleiche Preise.

In jeder kleineren und größeren Stadt gibt es Wochenmärkte, mit qualitativ hochwertigen, frischen Lebensmitteln. Der Einkauf auf dem Markt ist oft preiswerter als im Supermarkt und die Qualität besser. Wenn unsere Wahl für diverse Lebensmittel doch auf den Discounter fallen sollte, sollten wir uns die Zeit nehmen, Preise zu vergleichen. Generell ist es sinnvoll, nur die Lebensmittel zu kaufen, die wir wirklich brauchen und öfter mal zu hinterfragen, worauf wir verzichten können, ohne dass unsere Gesundheit darunter leiden würde.

4. Genieße die Gemütlichkeit der eigenen vier Wände, statt ständig auszugehen.

Gerade wir Großstädter lieben es, auswärts zu essen, neue Restaurants zu testen, den Feierabenddrink in angesagten Cocktailbars zu uns zu nehmen, sowie am Wochenende ins Kino zu gehen. Beginne wieder damit, Freunde nach Hause einzuladen und gemeinsam zu kochen. Hast du jemals selbst Sushi gemacht und nicht nur die geschmacklichen Freuden genossen, sondern auch das Erfolgserlebnis, eine neue Fertigkeit erlernt zu haben? Somit wird es auch wieder zu einer Besonderheit, auswärts zu essen. Cocktailabende mit Kollegen, Biertastings mit Freunden oder Filmeabende lassen sich auch wunderbar zu Hause organisieren.

5. Zu guter Letzt…

…für die, die es wirklich ernst meinen: Hast du je die Größe deiner Wohnung hinterfragt? Würde es ein kleineres Apartment nicht auch tun? Lebst du an einem Ort mit einer guten Verkehrsanbindung und besitzt dennoch einen eigenen PKW? Hast du die zeitliche Kapazität, dir gegebenenfalls einen Nebenjob zu suchen? Etwa auf einem Gebiet, dass dich nicht nur interessiert, sondern auch noch persönlich und beruflich weiterbringt?

Die Liste potenzieller Wege, Geld zu sparen, kann beliebig ergänzt werden. Die Prioritäten und Möglichkeiten hängen natürlich stark vom individuellen Standpunkt ab. Wichtig ist, dass du eine klare Übersicht über deine Ausgaben hast. Weiterhin kann ich aus eigener Erfahrung empfehlen, einen klar definierten monatlichen Betrag, den du zur Seite legen möchtest, festzulegen. So wird dein Vorhaben von einer vagen Absicht zu einem konkreten Plan, der leichter umzusetzen ist und dessen einzelne Punkte du nach einer kurzen Zeit wie selbstverständlich in deinem Alltag lebst.

Ich selbst habe jeden einzelnen dieser fünf Punkte in mein Leben integriert, als ich noch fest angestellt gearbeitet habe. Neben beachtlichen Ersparnissen, die mir letztendlich meine Auszeit ermöglicht haben, bin ich durch die Veränderungen auch zu mehr Achtsamkeit und einem minimalistischeren Lebensstil gekommen.

Wenn du mit dem Sparen beginnst, wird es hilfreich sein, dass du dir immer wieder dein Ziel vor Augen führst. Dein Geld ist besser in eine frische Kokosnuss investiert, die du in Costa Rica am Strand bei Sonnenuntergang genießt, als in einen überteuerten Cocktail, den du dir erschöpft nach der Arbeit in einer Bar hinter die Binde kippst. Die Einschränkungen mögen lediglich anfangs als solche empfunden werden. Hältst du allerdings durch und lässt das Sparen nicht nur Sparen sein, wirst du mit der Zeit realisieren, dass sich deine neuen Gewohnheiten zu einer veränderten Haltung entwickeln, die in alle Bereiche deines Lebens ausstrahlt. Ungeachtet deines Ziels der Auszeit wirst du merken, wie befreiend ein minimalistischerer Lebensstil ist und wieviel Raum sich plötzlich für die wesentlichen Dinge in deinem Leben ausbreitet.

Sparen und das Setzen von Prioritäten ist nichts weiter als eine Frage der Disziplin! Du kannst es! Halte dir immer dein großes Ziel vor Augen und übe dich in Willenskraft. Willenskraft ist nur eine Frage der Übung.

Hast du weitere Tipps, um im Alltag zu sparen?

 

Die effektivsten Schritte zur Finanzierung deiner Auszeit

2 thoughts on “Die effektivsten Schritte zur Finanzierung deiner Auszeit

  • Juni 20, 2016 bei 9:35 am
    Permalink

    Ganz tolle Tipps, auf die generell geachtet werden sollten. Da kommt dann doch auf Dauer einiges an Geld zusammen, was eingespart werden kann.

    Antwort
    • Juni 20, 2016 bei 2:14 pm
      Permalink

      Hallo Katja, danke für deinen Kommentar! Freut mich, wenn die Tipps nützlich sind. Viele Grüße

      Antwort

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