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Heute vor zwei Jahren saß ich zu dieser Zeit wohl in meinem Großraumbüro und habe mir nichts sehnlicher gewünscht, als unabhängig von Ort und Zeit zu sein, ein selbstbestimmtes Leben zu führen, Freiheit zu erfahren und die Welt zu bereisen. Während ich in einem sehr modernen Wolkenkratzer auf zwei Bildschirme starrte, fühlte ich mich oft gefangen in einem goldenen Käfig, der Blick auf die gegenüberliegenden Hochhäuser erinnerte mich regelmäßig an Hühnerställe oder mehrstöckige, gut bewachte Gefängnisse. Vor meinem inneren Auge zogen Bilder von tropischen Stränden und unbeschwerten Tagen voller Kreativität und Freiheit vorbei.

Geht es dir ähnlich, wenn du Montag für Montag mit deiner eigenen Demotivation zu ringen hast und den Kopf einziehen musst, um in das Leben zu passen, das du führst?

Dann solltest du aus deiner vagen Absicht endlich einen konkreten Plan machen und die finale Entscheidung für eine Auszeit treffen.

Eine berufliche Auszeit will gut vorbereitet sein und ist nicht gleichzusetzen mit einem spontanen Wochenendausflug. Die folgenden sieben Schritte solltest du dir bei der Planung deiner Auszeit zu Herzen nehmen, damit der Realisierung deines perfekten Traums nichts mehr im Wege steht:

1. Entscheide dich dafür!

Du träumst schon eine ganze Weile davon? Bist dir der Argumente, die dafür sprechen ebenso bewusst wie derer, die dagegen sprechen, und es fällt dir kein überzeugender Grund mehr ein, noch länger zu zögern? Dann mache Nägel mit Köpfen. Triff die endgültige Entscheidung, dass du eine Auszeit nehmen möchtest. In diesem Schritt liegt die wohl größte Schwierigkeit, doch bist du ihn einmal gegangen, kannst du direkt Schritt 2 in Angriff nehmen.

2. Entscheide dich, wie und wann!

Im zweiten Schritt ist es wichtig, dass du die für dich kompatibelste Option identifizierst. Möchtest du ins ganz kalte Wasser springen und deinen Job kündigen? Mangelnde Entwicklungsperspektiven, fehlende Identifikation mit dem Arbeitgeber oder der Aufgabe, ein frustrierendes Arbeitsumfeld sowie der Wunsch, sich beruflich neu zu orientieren oder eine Selbstständigkeit aufzubauen sprechen dafür. Oder aber würdest du gerne an deinen Arbeitsplatz zurückkehren und eine Auszeit für einen im Vorfeld festgelegten Zeitraum in Anspruch nehmen? In diesem Falle solltest du dich mit den Möglichkeiten auseinandersetzen, die dein Arbeitgeber anbietet, schau dir vorhandene Firmenpolicies an. Im selben Zuge solltest du den Zeitpunkt festlegen, wann du deine Auszeit idealerweise startest. Selbstverständlich ist der ideale Startpunkt immer morgen. Sei bei deiner zeitlichen Planung realistisch, aber auch konkret. Wenn du planst, deine Auszeit „in zwei, drei Jahren“ zu nehmen, wird diese in zwei, drei Jahren noch immer dort sein, wo sie jetzt ist. In einer unbestimmten, diffusen Zukunft. Setze daher einen definierten Startpunkt, etwa „der 01.01.2017.“

3. Entscheide dich, was!

Möchtest du die Welt bereisen? In einem Elefantenrehabilitationszentrum in Namibia arbeiten? Kreativ sein, Cello spielen lernen oder ein Buch schreiben? Einfach mal nichts tun und frei von Plänen und Unternehmungen sein? Möchtest du eine Ausbildung zur Yogalehrerin machen oder ein eigenes Unternehmen gründen? Planst du, deine komplette Zeit deiner Familie zu widmen? Dies ist der Teil der Planung, der Freude bereitet, da du dich ausschließlich mit den Dingen beschäftigen kannst, die dich persönlich glücklich machen. Sich vorab Gedanken darüber zu machen, was man in der freien Zeit tun möchte, ist wichtig, um nicht Gefahr zu laufen, die Zeit sinnlos verstreichen zu lassen und frustriert in den Job zurückzukehren.

4. Plane das Budget!

Ganz gleich, für welche Form der Auszeit du dich entschieden hast, die Finanzierung ist ein essentieller Teil der Vorbereitung. Wieviel eine Auszeit kostet, lässt sich pauschal nicht sagen, da die Kosten stark von der Gestaltung abhängen. Solltest du deinen Job kündigen, empfiehlt es sich, großzügiger zu planen, und ein gewisses Polster für „die Zeit danach“ auf dem Konto anzusparen. In jedem Fall solltest du die Festkosten, wie Miete, Strom, Lebensmittel, Versicherungen, etc. während deiner Auszeit problemlos abdecken können. Konkrete Tipps zur effektiven Finanzierung deiner Auszeit findest du in diesem Artikel.

5. Kommuniziere es deinem Umfeld!

Lasse die dir wichtigen Menschen in deinem Leben an deinem Vorhaben Teil haben. Indem du deine Absicht publik machst, verwandelt sich dein heimlicher Traum in ein konkretes Ziel. Du wirst in dieser Zeit womöglich auf Kritik, Neid und Unverständnis stoßen. Mache dich darauf gefasst, dass es Menschen geben wird, die darum bemüht sein werden, dich in deinem Plan zu verunsichern, die dir unangenehme Fragen stellen werden. Lasse dich bloß nicht aus der Ruhe bringen! Du bist auf der Welt, um deine Wahrheit zu leben und deinen Weg zu gehen, sei stolz darauf, wenn dieser von den überlaufenen Pfaden der Massen abweicht! Wenn du dein Leben mit den richtigen Menschen teilst, wirst du aber auch ebenso auf Zuspruch und Unterstützung stoßen, die dich zusätzlich stärken. Vielleicht wirst du aber auch die ein oder andere Überraschung erleben und positive Reaktionen bei Menschen erleben, bei denen du es nie erwartet hättest.

5. Kommuniziere es deiner Führungskraft!

Womit wir wieder bei einem eher unbeliebten Thema angekommen sind. Sobald du Zahlen, Daten, Fakten mit dir selbst geklärt und dein privates Umfeld eingeweiht hast, steht dir das Gespräch mit deiner Führungskraft bevor. Der Verlauf eines solchen Gesprächs hängt sehr stark von der jeweiligen Firmenkultur sowie dem Verhältnis zwischen dir und deiner Führungskraft ab. Eine rechtzeitige Kommunikation zeugt von Fairness und kann womöglich mit dazu beitragen, dass deine Führungskraft Verständnis für dich aufbringt und dich in deinem Vorhaben unterstützt. Wenn du deinen Job nicht kündigen, sondern nur eine gewisse Zeit raus willst, ist von großer Relevanz, dass du deiner Führungskraft deine persönliche Motivation offen und transparent darlegst. Womöglich kann sie deine Beweggründe nachvollziehen? Ebenfalls solltest du deutlich ausdrücken, inwiefern das Unternehmen einen Mehrwert von deiner Auszeit haben wird. Du hast vor, um die Welt zu reisen und bist in einem Job, in dem Sprachkenntnisse von großer Bedeutung sind? Wunderbar, da eine Weltreise mit einem Sprachkurs gleichzusetzen ist. Eine berufliche Auszeit bietet immer einen Mehrwert für das jeweilige Unternehmen. Setze dich mit diesem Aspekt vor deinem Gespräch intensiv auseinander. Neben optimierten Sprachkenntnissen kann dein Arbeitgeber auch von persönlicher oder beruflicher Weiterbildung, erhöhter Motivation, einem erweiterten Horizont und kreativeren Ideen, Netzwerkerweiterung oder aber Kostenersparnissen profitieren. Ferner solltest du in das Gespräch konkrete Vorschläge mitbringen, wie deine Vertretung in dieser Zeit aussehen könnte. Wie könnte man deine Arbeit in der Zwischenzeit verteilen? Wie könnte man den Bedarf decken? Deine Führungskraft wird konstruktive Ideen und die Tatsache, dass dir dein Arbeitsplatz offensichtlich am Herzen liegt zu schätzen wissen. Hast du die Zustimmung deiner Führungskraft, bestehe auf die Ausstellung eines Sabbatical Vertrags, indem alle Konditionen sowohl bezüglich der Auszeit als auch deiner Rückkehr fixiert werden.

6. Kümmere dich um versicherungstechnische Fragen!

Versicherungstechnische Fragen hängen von der Art deiner Auszeit ab. Nimmst du beispielweise unbezahlten Urlaub in Anspruch, bist du nach vier Wochen Auszeit selbst für deine Sozialversicherungen verantwortlich. Informiere dich rechtzeitig über die jeweiligen Rahmenbedingungen und veranlasse alles Notwendige rund um das Thema Sozialversicherung.

7. Raus aus dem Hamsterrad, rein in die Freiheit!

Kehrst du nach deiner Auszeit zum alten Arbeitgeber zurück, achte auf eine sorgfältige Übergabe und gegebenenfalls Dokumentation deiner bisherigen Arbeit, die dir den Wiedereinstieg erleichtern wird. Verabschiede dich im Guten und versuche, zumindest sporadischen Kontakt zu Kollegen zu halten, um den Anschluss nicht ganz zu verlieren. Berücksichtige aber, dass diese Kontakte nicht zu intensiv sein sollten, da das Schaffen einer Distanz zu deinem Arbeitgeber und den Themen ja gewährleistet sein soll! Suche bewusst Kontakt zu Menschen, die Ähnliches machen oder gemacht haben, tausche dich aus, informiere dich, lasse dich inspirieren.

Du bist nun frei und kannst starten! Genieße deine Zeit und mache das für dich Beste daraus!

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